veröffentlicht am 16. Oktober 2014 in Zwillingsmütter von

Die Geburt Ihrer Babys wird Sie mit Stolz und Erstaunen erfüllen. Sie werden aber auch erschöpft sein und wenig Ruhe zum Entspannen haben. Denn sind die Zwillinge erst einmal auf der Welt, entwickeln sie sich prompt zu zwei sehr hungrigen Wesen.

Lassen Sie sich nicht beirren: Zwillinge lassen sich genauso gut stillen wie einen Einling. Wichtig ist hierbei eine gute Vorbereitung und das miteinbeziehen von vertrauten Personen.

Am besten Informieren Sie sich bereits vor der Geburt über das Stillen von Zwillingen. In vielen Geburtsvorbereitungskursen werden Informationsabende zu diesem Thema angeboten. Sprechen Sie ihre Ärztin oder Ihre Hebamme ebenfalls auf ihren Wunsch an. Eine besondere Behandlung der Brust zur Vorbereitung ist auch bei Zwillingen nicht notwendig. Die Schwangerschaftshormone sorgen für die natürliche Entwicklung und die Produktion von Milch.

Das Stillen wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO während der ersten sechs Monate empfohlen. Danach sollte man langsam damit beginnen Beikost einzuführen. Muttermilch enthält alle Nährstoffe die ein Baby braucht und zwar genau in der richtigen Menge. Gestillte Babys sind weniger anfällig für Zivilisationskrankheiten wie Magen-Darm-Störungen oder Infektionen. Gestillte Babys haben meist weniger Blähungen, spucken seltener und schlafen länger durch.

Schon während der Schwangerschaft wird die erste Milch gebildet, das Kolostrum. Die gelborange Farbe entsteht durch den hohen Kaotingehalt. Es enthält außerdem das Eiweiß PSTI, das sich wie ein Schutzfilm über die Darmschleimhaut legt und den kindlichen Darm vor aggressiven Substanzen schützt. Dadurch ist das Kolostrum besonders für Frühchen eine wichtige Nahrung. In den ersten Tagen sollten die Babys regelmäßig an die Brust gelegt werden, um vom Kolostrum zu profitieren. Die erste Milch die ein Baby beim stillen bekommt, ist die Vormilch, sie ist dünner und wässriger als die darauffolgende Hauptmilch, die mehr Eiweiß und Fett enthält.

Drei bis vier Tage nach der Geburt sorgen Hormonschübe für eine gesteigerte Durchblutung und Ansammlung von Gewebeflüssigkeit in der Brust, um die Bildung der sogenannten Übergangsmilch vorzubereiten. In dieser Zeit werden die Brüste praller und können deutlich mehr schmerzen. Da die Nachfrage das Angebot bestimmt, reguliert sich die Menge anfangs durch das Anlegen nach Bedarf. Das bedeutet: Desto öfter das Kind gestillt wird, desto mehr Milch produziert die Brust.

Ein weiterer Hormonschub sorgt nach etwa zwei Wochen für die Produktion der reifen Frauenmilch.

Um wunde Brustwarzen vorzubeugen, ist die richtige Anlegeposition der Kinder sehr wichtig. Setzen Sie sich bequem hin, stärken Sie ihren Rücken mit einem Kissen und platzieren Sie das Stillkissen. Zwillinge können gemeinsam gestillt werden und sollten Ihnen dabei zugewandt sein und Bauch an Bauch an Ihrem Körper liegen. Legen Sie zuerst nur ein Kind an, hat dieses richtig angesaugt, legen Sie das Zweite in gleicher Weise an.

Viele Mütter glauben nicht, dass es möglich ist seine Zwillinge gleichzeitig zu stillen. Die ist zwar möglich aber auch kein Muss!

Wenn Sie Ihre Zwillinge stillen wollen, müssen Sie selber besonders auf Ihre Ernährung und Gesundheit achten. Sie sollten ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen (2,5 – 3,5 Liter am Tag) und möglichst auf anregende Getränke wie grünen oder schwarzen Tee, Kaffee verzichten. Essen Sie regelmäßig und reichlich, gerne zwei bis drei warme Mahlzeiten am Tag. Manche stillenden Mütter haben einen großen Hunger und essen nach jeder Stilleinheit etwas.

Sollte ich meine Zwillinge gemeinsam oder getrennt stillen?

Die Entscheidung des Stillens ist in jedem Fall eine gute. Es gibt für ein Baby nichts gesünderes, als die Muttermilch, die es von seiner Mutter bekommen kann. Ob Sie Ihre Kinder nun gemeinsam stillen, hängt vermutlich auch von dem Hunger der Zwillinge ab. Schläft eines noch während das andere bereits um Nahrung bittet, müssen Sie das Geschwisterchen selbstverständlich nicht wecken. Versuchen Sie nicht nach einem geregelten Plan zu stillen, sondern dann wenn Ihre Kinder wirklich hungrig sind.

Gibt es Gründe nicht zum Nicht-Stillen?

Manche Mütter befürchten dass sie durch das Stillen eine Hängebrust bekommen. Das ist aber nicht der Fall. Die Brüste verändern sich zwar meistens nach der Geburt, werden durchaus auch schlaffer. Dies hängt  jedoch mit der Schwangerschaft zusammen und hat mit dem Stillen nichts zu tun. Das Stillen kommt sogar der Figur zugute, da es die Gewichtsreduzierung unterstützt. Manche Frauen fühlen sich auch zu sehr eingenommen oder wollen bald wieder in ihren Beruf zurückkehren. Dies sind jedoch keine Gründe, warum die Kinder auf Muttermilch verzichten müssen. Sie können Milch abpumpen, damit hat Ihr Partner die ideale Chance sich auch bei der Nahrungsaufnahme miteinzubringen. Die Kinder können von den Vorteilen der Muttermilch profitieren und Sie können sich trotzdem freier und flexibel bewegen.

Es ist okay, wenn das Stillen anfangs nicht reibungslos klappt. Lassen Sie sich und Ihren Kindern die nötige Zeit und suchen Sie eventuell Rat bei Ihrer Hebamme. Zeigen Ihre Kinder während der ersten Tage wenig Interesse am Trinken, sollten Sie sicherstellen, dass sie wenigstens eine volle Mahlzeit bekommen. Verschläft ein Baby eine Mahlzeit, bedeutet dies, dass es ihm gut geht und er zum Zeitpunkt keinen Bedarf hat. Schläft das Baby an der Brust ein, wecken Sie es einige Zeit später sanft auf und bieten ihm die Brust erneut an.

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